Use Case 1: Zusammenarbeit im Unternehmen erheben
Dieser Anwendungsfall zeigt vollständig, wie eine Netzwerkerhebung in einem Unternehmen mit MyNetworkmap durchgeführt wird: von der Fragestellung über den Online-Fragebogen bis zur Interpretation der Kennzahlen.
Das Beispiel: Die Helios Medizintechnik GmbH hat 22 Beschäftigte in fünf Abteilungen. Die Geschäftsführung beobachtet, dass Entwicklungsprojekte spät scheitern, weil der Vertrieb Kundenanforderungen zu spät weitergibt. Eine Projektgruppe Organisationsentwicklung soll herausfinden, wie die Zusammenarbeit tatsächlich verläuft – jenseits des Organigramms.
Hinweis zum Datenbestand: Der Fragebogen, die Screenshots und der Ablauf in diesem Kapitel stammen aus einer echten Installation. Der ausgewertete Datensatz wurde für dieses Handbuch vorbereitet, damit die Interpretation nachvollziehbare und reproduzierbare Zahlen zeigt. Alle genannten Kennzahlen sind die von MyNetworkmap berechneten Werte dieses Datensatzes.
Teil 1: Theoretischer Hintergrund
Warum das Organigramm nicht genügt
Ein Organigramm zeigt, wer wem Bericht erstattet. Es sagt nichts darüber, wer wen tatsächlich fragt, wenn ein Problem auftaucht. Beide Strukturen fallen regelmäßig auseinander – und die zweite erklärt den Arbeitsalltag besser.
Die Organisationale Netzwerkanalyse (ONA) macht diese zweite Struktur sichtbar. Sie unterscheidet drei Arten von Beziehungen, die in einer Organisation nebeneinander bestehen:
| Beziehungsart | Typische Frage | Was sie zeigt |
|---|---|---|
| Instrumentell | „Mit wem tauschen Sie sich fachlich aus?" | Wie Wissen und Arbeit tatsächlich fließen |
| Expressiv | „Mit wem sind Sie befreundet?" | Vertrauen, Zusammenhalt, informelle Bindung |
| Negativ | „Mit wem gibt es Reibung?" | Blockaden, Konfliktlinien |
Diese Erhebung konzentriert sich auf die instrumentelle Beziehung: den regelmäßigen fachlichen Austausch. Das ist die Beziehungsart mit dem klarsten Bezug zur Arbeitsleistung und zugleich die, die sich am unverfänglichsten erfragen lässt.
Die drei Begriffe, um die es geht
Silos. Eine Abteilung ist intern dicht vernetzt und nach außen kaum. Das ist nicht per se schlecht – Spezialisierung braucht interne Dichte. Problematisch wird es, wenn zwischen zwei Abteilungen, die voneinander abhängen, keine direkte Verbindung besteht.
Broker. Personen, die zwischen sonst getrennten Gruppen vermitteln. Ronald Burt nennt die Lücke zwischen zwei unverbundenen Gruppen ein strukturelles Loch; wer es überbrückt, erfährt Dinge früher und kann sie übersetzen. Broker sind die wertvollsten und zugleich verletzlichsten Knoten einer Organisation: Fällt ein Broker aus, zerfällt der Zusammenhang.
Schlüsselpersonen vs. Führungskräfte. Wer in der Netzwerkanalyse zentral ist, steht selten ganz oben im Organigramm. Häufig sind es Personen in Querschnittsfunktionen – Qualitätssicherung, Assistenz, Verwaltung –, bei denen viele Fäden zusammenlaufen.
Was eine solche Erhebung voraussetzt
Netzwerkdaten sind personenbezogene Daten, und sie sind nicht anonymisierbar: Eine Netzwerkfrage funktioniert nur, wenn Namen genannt werden. Daraus folgen drei Pflichten:
- Freiwilligkeit und Transparenz. Zweck, Auswertung und Verbleib der Daten stehen vor der ersten Frage.
- Keine Einzelauswertung nach außen. Berichtet wird die Struktur, nicht das Verhalten Einzelner. Die Aussage „Abteilung X und Y haben keinen direkten Kontakt" ist zulässig; „Frau Z wird von niemandem genannt" ist es nicht.
- Beteiligung der Interessenvertretung. In Deutschland ist eine Mitarbeiterbefragung mitbestimmungspflichtig.
Die Rücklaufquote ist bei Netzwerkerhebungen kritischer als bei normalen Umfragen. Fehlt eine Person, fehlen nicht nur ihre Antworten, sondern alle Verbindungen, die nur sie hätte nennen können. Unter 70 Prozent Rücklauf wird die Interpretation von Zentralitätswerten fragwürdig. Wie sich das konkret auswirkt, zeigt die Interpretation weiter unten.
Teil 2: Die Erhebung vorbereiten
Schritt 1: Projekt anlegen
Projekte → Neues Projekt → Name eintragen, hier
Helios Medizintechnik – Netzwerkerhebung → Projekt anlegen.

Schritt 2: Attribute festlegen
Im Modul Attribute legen Sie an, was Sie über Personen und über Beziehungen wissen wollen.
Akteursattribute (über Add actor attribute):
| Attribut | Typ | Werte |
|---|---|---|
Geschlecht |
vordefiniert | weiblich, männlich, divers |
Alter |
Freitext | – |
Wohnort |
Freitext | – |
Abteilung |
vordefiniert | Entwicklung, Produktion, Vertrieb, Qualitätssicherung, Verwaltung |
Relationsattribut (über Add relation attribute):
| Attribut | Typ | Werte |
|---|---|---|
Arbeitskontakt |
vordefiniert | täglich, wöchentlich, monatlich |

Warum
Abteilungvordefiniert sein muss: Nur vordefinierte Werte lassen sich auf der Karte einfärben – und genau das brauchen wir später, um Silos sichtbar zu machen. Als Freitext wäre die Abteilung wertlos für die Visualisierung.
Schritt 3: Die Belegschaft als Akteure anlegen
Weil die Gruppe bekannt und abgegrenzt ist, handelt es sich um eine Vollerhebung mit Namensliste. Dafür müssen alle 22 Beschäftigten vorab als Akteure existieren.
Der schnellste Weg ist der CSV-Import. Eine Zeile je Person:
Name;Geschlecht;Alter;Abteilung;type
Sandra Köhler;weiblich;44;Entwicklung;Person
Jan Westphal;männlich;38;Entwicklung;Person
Priya Raman;weiblich;33;Entwicklung;Person
…

Die Spalte
typeist kein Beiwerk. Sie füllt das von MyNetworkmap mitgelieferte Attributtypemit dem WertPerson. Genau darüber filtert später die Namensliste im Fragebogen – ohne diese Spalte bleibt die Liste leer.
Schritt 4: Proxy User prüfen
Damit Beschäftigte ohne MyNetworkmap-Konto antworten können, muss in Organisation und Team ein Proxy User eingetragen sein. Fehlt er, meldet jeder Teilnahmelink Kein Interview vorhanden.
Teil 3: Den Fragebogen bauen
Schritt 5: Fragebogen anlegen
online Fragebogen → unter New questionnaire den Namen
eintragen, hier Zusammenarbeit im Team 2026 → Create.
Über Header / Footer / Navigation setzen Sie anschließend Titel, Kopfzeile, Fußzeile und die Beschriftung der Blätterschaltflächen.

Schritt 6: Seite 1 – Begrüßung
Add page → Seite auf Begrüßung umbenennen → ⊕ → Elementtyp
Display a text.
In das Feld Input your text… kommt der Einleitungstext. Er muss vier Dinge leisten: Zweck erklären, Freiwilligkeit zusichern, Dauer nennen, Auswertung und Ansprechpartner benennen.

Alles, was die Befragten lesen, schreiben Sie selbst – Fragetexte, Beschriftung der Schaltflächen, Kopf- und Fußzeile. Die Spracheinstellung von MyNetworkmap wirkt sich darauf nicht aus; sie betrifft nur die Verwaltungsoberfläche.
Schritt 7: Seite 2 – der Namensgenerator
Add page → Zusammenarbeit → ⊕ → Elementtyp
Namegenerator: Predefined name list by actor attribute filter.
| Einstellung | Wert | Warum |
|---|---|---|
| Fragetext | „Mit wem aus der folgenden Liste tauschen Sie sich mindestens einmal pro Woche fachlich aus?" | Konkrete Häufigkeit statt „oft" |
| Namensattribut | Name |
Woher die Namen kommen |
| Relationsattribut | Arbeitskontakt |
Wohin die Antworten geschrieben werden |
| Attributwert | wöchentlich |
Welcher Wert gesetzt wird |
| Filterattribut | type |
Wer in der Liste erscheint |
| Filterwert | Person |
Nur Personen, keine Organisationen |

Im Interview sehen die Befragten die gesamte Belegschaft als anklickbare Liste – ohne sich selbst.

Warum keine freie Eingabe? Weil jede getippte Nennung einen neuen Akteur anlegt. Bei 16 Antwortenden mit je vier Nennungen entstünden rund 80 Akteure für 22 Personen – ein Datensatz, aus dem sich kein Netzwerk rechnen lässt. Siehe auch den entsprechenden Warnkasten im Kapitel Online-Fragebogen.
Schritt 8: Seite 3 – Kontakte untereinander
Add page → Kontakte untereinander → ⊕ → Alter-Alter relation: Group:
single_select: checkbox, mit denselben Angaben für Namensattribut,
Relationsattribut und Attributwert.
Wichtig: Hier die Option question must be answered ausschalten. Bei sechs angekreuzten Personen entstehen fünfzehn Paare; als Pflichtfeld müssten die Befragten zu jedem einzelnen etwas angeben.

Schritt 9: Seite 4 – Dank
Add page → Danke → ⊕ → Display a text mit dem Abschlusstext: wann
und wo die Ergebnisse vorgestellt werden.
Die fertige Struktur:

Schritt 10: Individuelle Links erzeugen
Damit niemand seinen Namen eintippen muss – und damit jede Antwort garantiert beim richtigen Akteur landet – bekommt jede Person ihren eigenen Link.
- Netzwerkkarte öffnen; falls noch keine existiert, eine anlegen (mit notwendige Attribute automatisch anlegen).
- Im Seitenmenü Akteure → alle Akteure hinzufügen.
- Sammelaktion → Einen individuellen Fragebogenlink für jeden Akteur erstellen.
- Den Fragebogen auswählen und bestätigen.

Die Links werden im Attribut questionnaireLink_Zusammenarbeit im Team 2026
gespeichert. Über den Export holen Sie sich eine Tabelle aus Name,
E-Mail und Link für den Serienversand.
Reihenfolge beachten: Erzeugen Sie die Links nachdem Sie zum letzten Mal Delete interviews… benutzt haben. Das Löschen von Interviews macht vorhandene individuelle Links ungültig.
Schritt 11: Testen, dann aktivieren
Füllen Sie den Fragebogen einmal vollständig selbst aus – mit einem eigens dafür angelegten Testakteur. Prüfen Sie dabei besonders, ob nach dem Namensgenerator tatsächlich die angekreuzten Personen erscheinen. Steht dort No alteri named., stimmen Relationsattribut oder Attributwert zwischen den Seiten nicht überein.
Danach: Testinterview löschen, Testakteur löschen, Links neu erzeugen, Activate questionnaire, Links versenden.
Teil 4: Die Ergebnisse interpretieren
Von 22 Beschäftigten haben 16 geantwortet – eine Rücklaufquote von 73 Prozent. Daraus ergeben sich 68 gerichtete Nennungen zwischen 42 Personenpaaren.
Schritt 12: Die Karte bauen
- Netzwerkkarte → Karte
Arbeitsnetzwerkladen. - + Relation →
Arbeitskontakt, gerichtet → Save. - + Relation →
Arbeitskontakt, reziprok → Save. - Akteure → alle Akteure hinzufügen.
- Akteursymbolfarbe →
Abteilung, je Abteilung eine Farbe. - Akteurssektor →
Geschlecht, je Wert eine Farbe. - Analyse → Layout: Kamada Kawai, Skalierung 12 → start.
- Analyse → Zentralitätswerte: jetzt berechnen.

Was die Karte zeigt
Die Abteilungen bilden erkennbare Farbcluster – Zusammenarbeit folgt also weitgehend der formalen Struktur. Zwei Dinge fallen darüber hinaus auf:
- Zwischen mehreren Abteilungen fehlen direkte Verbindungen ganz, und zwischen Entwicklung und Vertrieb gibt es genau eine einzige.
- Zwei Knoten liegen nicht in ihrem Farbcluster, sondern zwischen den Clustern: Martina Reuß (Verwaltung) und Birgit Lohse (Qualitätssicherung).
Die Kennzahlen
Nach jetzt berechnen stehen die Werte als Attribute bereit. Blenden Sie sie in der Akteurstabelle als Spalten ein und sortieren Sie nach Betweenness:
| Person | Abteilung | In-Degree | Out-Degree | Betweenness | Betw. norm. | Closeness |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Martina Reuß | Verwaltung | 6 | 8 | 145,8 | 0,347 | 0,446 |
| Birgit Lohse | Qualitätssicherung | 7 | 6 | 79,0 | 0,188 | 0,446 |
| Sandra Köhler | Entwicklung | 7 | 6 | 77,3 | 0,184 | 0,429 |
| Carola Niemann | Vertrieb | 3 | 5 | 53,8 | 0,128 | 0,306 |
| Ralf Steiger | Produktion | 5 | 5 | 51,6 | 0,123 | 0,383 |
| Agnes Bartold | Produktion | 3 | 4 | 16,9 | 0,040 | 0,315 |
| Mehmet Aktas | Entwicklung | 4 | 4 | 13,0 | 0,031 | 0,335 |
| … | ||||||
| Wolfgang Till | Produktion | 2 | 2 | 0,0 | 0,000 | 0,268 |
Dichte des Netzwerks: 0,147 – rund 15 Prozent aller möglichen Verbindungen bestehen tatsächlich. Für eine Organisation dieser Größe ist das ein normaler, eher mittlerer Wert.
Befund 1: Die Verwaltung hält den Laden zusammen
Martina Reuß hat mit 145,8 die mit Abstand höchste Betweenness – fast das Doppelte der nächstplatzierten Person. Normiert bedeutet 0,347: Auf knapp 35 Prozent aller kürzesten Wege zwischen zwei beliebigen Beschäftigten liegt sie.
Ihr In-Degree (6) ist dabei nicht der höchste. Genau das macht den Befund interessant: Sie ist nicht die beliebteste Person, sondern die unverzichtbarste. Sie sitzt an der einzigen Stelle, an der die Abteilungsgrenzen regelmäßig überschritten werden.
Was das praktisch heißt: Fällt Martina Reuß aus – Urlaub, Krankheit, Kündigung –, verliert die Organisation nicht eine Arbeitskraft, sondern ihren wichtigsten Übersetzungspunkt. Das ist ein konkretes, benennbares Risiko, und es ist mit einer Zahl belegt statt mit einem Bauchgefühl.
Befund 2: Entwicklung und Vertrieb hängen an einer einzigen Verbindung
Die ursprüngliche Vermutung der Geschäftsführung bestätigt sich – und wird präziser. Zählt man die Verbindungen zwischen je zwei Abteilungen aus, ergibt sich dieses Bild:
| Entwicklung | Produktion | Vertrieb | Qualitätssicherung | |
|---|---|---|---|---|
| Produktion | 0 | – | ||
| Vertrieb | 1 | 0 | – | |
| Qualitätssicherung | 4 | 3 | 0 | – |
| Verwaltung | 1 | 1 | 3 | 1 |
Zwischen den fünf Beschäftigten der Entwicklung und den vier des Vertriebs besteht genau eine direkte Verbindung: Carola Niemann und Sandra Köhler. Zwischen Entwicklung und Produktion sowie zwischen Produktion und Vertrieb gibt es gar keine.
Das erklärt die späten Projektabbrüche besser als jede Schuldzuweisung: Kundenanforderungen hängen an einer einzigen Verbindung zwischen zwei Personen. Fällt eine von beiden aus, läuft der gesamte Austausch zwischen Vertrieb und Entwicklung über Martina Reuß – also über einen Umweg, bei dem Information verloren geht.
Die naheliegende Maßnahme ist nicht „mehr Meetings", sondern eine zweite, unabhängige Verbindung: eine feste Ansprechperson des Vertriebs in der Entwicklungsrunde – und eine Wiederholungsmessung in sechs Monaten, um zu sehen, ob sie trägt. Eine einzelne Brücke ist keine Struktur, sondern ein Risiko.
Befund 3: Hohe Closeness bei Birgit Lohse
Birgit Lohse (Qualitätssicherung) erreicht mit 0,446 denselben Closeness-Wert wie Martina Reuß – sie erreicht also alle anderen über kurze Wege. Für eine Qualitätssicherung ist das genau die richtige Position: Sie muss in alle Richtungen schnell informieren können.
Befund 4: Was die Nullen bedeuten – und was nicht
Sechs Personen haben einen Out-Degree von 0: Ahmed Nasser, Elena Sokolova, Yasmin Saidi, Georg Ullmann, Nina Walther und Nadja Kurz.
Das ist der wichtigste Lesefehler, den man hier machen kann. Diese sechs Personen sind nicht unvernetzt – sie sind die sechs, die nicht geantwortet haben. Ihre Nennungen fehlen schlicht. Dass sie trotzdem einen In-Degree zwischen 1 und 2 haben, zeigt, dass andere sie durchaus nennen.
Ein Out-Degree von 0 bei einer Vollerhebung ist fast immer ein Antwortausfall, kein Befund über die Person. Prüfen Sie das immer gegen die Teilnehmerliste, bevor Sie interpretieren.
Umgekehrt sind Wolfgang Till und Hendrik Vogel echte Befunde: Beide haben geantwortet und haben trotzdem eine Betweenness von 0 – sie liegen auf keinem einzigen kürzesten Weg zwischen zwei anderen Personen. Wolfgang Till nennt zwei Personen und wird von zweien genannt; er ist innerhalb der Produktion eingebunden, darüber hinaus nicht.
Dass ihre Closeness mit 0,268 beziehungsweise 0,282 nicht die niedrigste im Netzwerk ist – Stefan Brandes und Lisa Merten aus dem Vertrieb liegen mit je 0,223 darunter –, zeigt den Unterschied zwischen den beiden Maßen: Closeness misst, wie weit jemand von allen anderen entfernt ist, Betweenness, ob jemand für andere eine Rolle spielt. Der Vertrieb sitzt als Gruppe weit weg vom Rest; Wolfgang Till sitzt zwar näher dran, trägt aber nichts zum Zusammenhalt bei.
Grenzen dieser Auswertung
| Einschränkung | Folge für die Interpretation |
|---|---|
| Rücklauf 73 % | In-Degrees sind belastbar, Out-Degrees nur für die 16 Antwortenden |
| Nur eine Beziehungsart | Über Vertrauen und Konflikte sagt die Erhebung nichts |
| Momentaufnahme | Keine Aussage über Entwicklung; dafür braucht es eine zweite Welle |
| Selbstauskunft | Erinnerung und soziale Erwünschtheit wirken mit |
Schritt 13: Ergebnisse zurückgeben
Netzwerkerhebungen erzeugen eine Bringschuld. Wer Beschäftigte befragt, schuldet ihnen eine Rückmeldung – und zwar eine, die niemanden bloßstellt.
Geeignet für die Rückgabe:
- Die Karte mit Abteilungen statt Namen als Beschriftung
- Dichte und Rücklaufquote
- Die Aussage über die fehlende Verbindung zwischen zwei Abteilungen
- Die geplanten Maßnahmen
Nicht geeignet:
- Ranglisten einzelner Personen
- Die Karte mit Klarnamen vor versammelter Mannschaft
- Jede Aussage der Form „X wird von niemandem genannt"
Tipp: Für die Präsentation duplizieren Sie die Karte (Management → Aktuelle Netzwerkkarte duplizieren) und stellen in der Kopie die Akteurbeschriftung auf die
Abteilungum. Das Original mit Namen bleibt für die Projektgruppe erhalten.
Zusammenfassung des Ablaufs
| Schritt | Modul | Ergebnis |
|---|---|---|
| 1 | Projekt | Arbeitsbereich angelegt |
| 2 | Attribute | Abteilung, Arbeitskontakt usw. definiert |
| 3 | Import | 22 Beschäftigte als Akteure |
| 4 | Organisation | Proxy User geprüft |
| 5–9 | Fragebogen | Vier Seiten, Namensliste statt freier Eingabe |
| 10 | Netzwerkkarte | Individuelle Links je Person |
| 11 | Fragebogen | Getestet, aktiviert, versendet |
| 12 | Netzwerkkarte | Karte, Layout, Zentralitätswerte |
| 13 | Export | Bild und Daten für Bericht und Rückmeldung |